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Interview mit Dr.Thomas Waibel und Stefan Ille (CEO und CTO DESIGNA) zum offiziellen Verkaufsstart der neuen Kasse ONE

Kiel, 01.06.2013: Red: Herr Dr. Waibel, Herr Ille , Ihre BlueEditon Familie ist mit der neuen Kasse ONE nun komplett. Erleichtert?

Dr. Waibel: „Nun ja, „erleichtert" trifft meinen Gemütszustand nicht so ganz. Darf ich etwas anderes vorschlagen?"

 Red: Gerne.

Dr. Waibel: „Stolz auf das Geleistete unserer Unternehmens." Dass wir auf einem guten Weg waren, war mir bereits bewusst. Doch bevor nicht das letzte Schräubchen angebracht, der letzte Designschliff ausgeführt wurde, befand ich mich zugegebener Maßen unter Anspannung. Aber nun sind wir alle vollends überzeugt vom Ergebnis. Und das bisherige Feedback unserer Kunden welches außergewöhnlich positiv ist, trägt natürlich in erheblichem Maße mit dazu bei."   

 Red: 4 Jahre Entwicklungszeit  - war dies so geplant?

Ille: „Im Großen und Ganzen entsprach dies unserer Vorstellung, Wenn Sie eine Kasse von Grund auf neu konzipieren, betrachte ich diese Entwicklungszeit als angemessen. Wir haben dem gesamten BlueEdition Projekt, wozu im Übrigen auch unsere neuen IN &Out Terminals gehören,  den Raum  und die Zeit gegeben, die solch ein intensiver Entwicklungsprozess ganz einfach braucht. Es war uns bewusst, dass dies ein langer, ein sehr langer Weg wird - und dass man diesen  nur mit einem exzellenten Team bewältigen kann. In unserem Fall bestand er aus den Abteilungen Produktmanagement (Projektleitung), Konstruktion, Produktion, Vertrieb, Marketing und externen Designern z.B, frog Design aus München und Teams Design aus Hamburg. Wäre nur ein Glied dieser Kette während der gesamten Zeit der Entwicklung ausgeschert, hätte dies ein echtes Problem zur Folge gehabt."

Red: Lassen sich wirklich alle verschiedenen Abteilungen so einfach unter einen Hut bringen?

Dr. Waibel: „Sicherlich gab es auch intensiv geführte Diskussionen,  stand manches auf der Kippe. Jeder argumentiert nun einmal zuerst aus seinem Korridor heraus. Doch irgendwann hat jedes Teammitglied verstanden, dass solch ein Projekt nur gemeinsam zu stemmen ist. Und so  haben sich am Ende alle Beteiligten der Leitidee „den Bedienvorgang so leicht und intuitiv wie möglich zu gestalten" mit Begeisterung verschrieben."

Ille: „Dies ist im Nachhinein nicht hoch genug zu bewerten. Für manche bedeutete dies schließlich, Zugeständnisse machen. Für andere wiederum, eine nie zuvor dagewesene Lösung zu kreieren. Natürlich fiel auch des Öfteren die Aussage „ geht nicht" und „gibt's nicht". Aber - so etwas wird exakt so lange behauptet, bis der erste es beweist, dass es auch anders geht. Und wir wollten die ersten sein - und haben es dann auch geschafft. Nehmen wir z.B. den intuitiven Aufbau des Bedienvorgangs. Bei bestehenden Kassenmodellen ist es in der Regel schwer, neue Komponenten aufgrund des fehlenden Platzes so einzubauen, dass sie sich an der logischen Bedienung des Kunden orientieren.  Der Parkhauskunde muss sich folglich im Bedienungsablauf den technischen Gegebenheiten der Kasse anpassen. Unser Ziel aber war es, mit der neuen Kasse einen intuitiven Bezahlvorgang zu ermöglichen. Deshalb war es unumgänglich, die Anordnung der technischen Einheiten entsprechend der intuitiven Bedienreihenfolge zu gewährleisten. Was für  allerlei Gesprächsstoff unter den Konstrukteuren und den Lieferanten sorgte. Aber schlussendlich haben wir es geschafft."

Red: Was zeichnet die BlueEdition Familie und im speziellen die ONE in Ihren Augen  aus? 

Ille: „Neben den offensichtlichen Dingen wie dem außergewöhnlichen Design und der intuitiven Bedienung über Icons birgt die BlueEdition Familie einen großen neuen Systemgedanken (Funktionen) in sich, welchen ich ihnen gerne erklären möchte. Es gibt heutzutage eine Vielzahl an Funktionen, die Kassensysteme in Parkhäusern leisten. Neben dem klassischen Bezahlen der Parkgebühr mit Bargeld, EC-, Kredit- oder Kundenkarten erfüllt die Kasse mittlerweile auch erweiterte Funktionen, wie beispielsweise das Aufladen von Wertkarten.

Bevor wir mit der Entwicklung der ONE begonnen haben haben wir uns zunächst die Frage gestellt, welche Funktionen denn tatsächlich jetzt und in Zukunft über die neue Kasse abgewickelt werden müssen. Und welche Funktionen eventuell über andere Lösungen in die Familie integriert  werden könnten. Da alle Geräte der BlueEdition Familie als Basis unser bewährtes ABACUS-Betriebssystem nutzen, haben wir die Möglichkeit bestimmte Funktionen, wie beispielsweise das Aufladen von Wertkarten, statt an der Kasse über das Internet zu lösen. Das freut zum einen den Parkhausbetreiber, denn der gesamte administrative Aufwand entfällt für ihn. Und zum anderen den Kunden, der nun endlich völlig unabhängig von Öffnungszeiten der Parkhäuser oder dem eigenen Standort, seine Wertkarte aufladen oder erneuern kann. Bequem und einfach, über seinen Laptop, das Handy -  mit welchem Medium auch immer. Dies ist auch der Grund warum die ONE keinen TFT - Screen  mehr benötigt."

Red: Gab es auch Stolpersteine während der Entwicklung?

Dr. Waibel: „Glauben Sie mir, Sie können im Vorwege noch so akkurat testen, konzipieren, vermuten, auswerten und verwerfen. Egal wie ausführlich sie Ihre Markt-und Produktforschungen auch immer vorantreiben mögen, wenn es zum ersten Praxistest kommt, werden Sie stets mit Betrachtungsweisen und Ansichten konfrontiert, die für sie erst einmal überraschend daherkommen. Ja, die mitunter sogar ein gesamtes Projekt in Frage stellen können. Das liegt nicht etwa daran, dass man einen Fehler gemacht hat, sondern schlicht daran, dass der Mensch so vielschichtig ist, dass alles nur bis zu einem gewissen Maße vorher in der Theorie abgehandelt werden kann.

Red: Was nehmen Sie persönlich mit aus diesem außergewöhnlich erfolgreichen Projekt? 

Dr. Waibel: „Nun, ein Erfolg lässt sich hinterher immer einfach erklären. Jetzt ist es an unseren Kunden, sich für oder gegen das ganz neue Kassenkonzept zu entscheiden.

Es gibt niemanden der Erfolg im Vorwege mit 100% Sicherheit garantieren kann. Das liegt daran, dass es entgegen einiger Versprechen dafür keine Universalformel gibt. Zunächst müssen die Hausaufgaben penibel genau erledigt werden. Dann sollte man genügend Entwicklungspufferzonen einplanen, die die nötige Zeit geben, wenn etwas bereits fertig Konstruiertes mit einem Wisch bzw. Argument vom Tisch gefegt wird, und man wieder bei null anfangen muss."

Ille: „Mein Dank gilt daher allen Beteiligten die dieses Projekt mit Leidenschaft vorangetrieben haben - und sich auch bei Rückschlägen, nicht haben entmutigen lassen.  Gerade im menschlichen Bereich war es für mich eine beeindruckende Erfahrung, denn es zeigt, zu was man imstande ist, wenn man gemeinsam an einem Ziel arbeitet."

 

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